Vegane Ernährung

von | 15.05.2020 | Pflanzenbasierte Ernährung | 4 Kommentare

Sogar die alten Griechen hatten schon veganes Gedankengut. Auch wenn Vegan als der Lifestyle-Trend der letzten Jahre gilt, es war weit vor unserer Zeit ein Thema. Trotzdem fragen sich immer noch viele Menschen, was genau ist vegan? Und vor allem, warum sollte man vegan leben? Hier erfährst du, was Menschen für Beweggründe haben, vegan zu leben und was deine Vorteile sein können.

Was ist vegan – Was bedeutet vegan?

Vegan ist mehr als man denkt. Zum Beispiel ein Apfel, das Erdbeersorbet von der Eisdiele oder der Linseneintopf mit Kartoffeln von gestern. Vegan hört sich für viele an, wie ein neuer Trend. Wie, wenn etwas Spezielles notwendig wäre. Kein Wunder, andere Ernährungstrends wie Keto oder Low Carb machen manchmal den Anschein, es sei eine Wissenschaft nötig, um so zu leben.

Aber, in der Praxis bedeutet vegan einfach ohne tierische Lebensmittel. Alles aus dem Pflanzenreich ist automatisch vegan. Für dich, mich und wirklich jeden von uns heißt das, wir haben im Leben schon sehr viele vegane Speisen verzehrt. Ohne sie so zu bezeichnen und einzuordnen.

Vegan heißt also nicht nur viel Salat und ein paar Sprossen obendrauf. Obwohl das natürlich auch lecker sein kann. Vegan bedeutet schlicht ohne Tierprodukte wie Fleisch, Milch oder Eier.

Bevor wir aber in den praktischen Teil übergehen, mit dem Du Anregungen und Tipps bekommst für deine vegane Ernährung, schauen wir zuerst in die Vergangenheit. Ist Vegan ein neuer Trend oder hat Veganismus eine Geschichte?

Entstehung der Vegan Bewegung

Vegetarismus in der Antike

Der Vegetarismus, der Vorgänger des Veganismus, wird erstmals 500 v. Chr. vom Mathematiker Pythagoras erwähnt. Pythagoras ist bekannt für seinen Satz zum rechtwinkligen Dreieck und er schrieb:

„Solange der Mensch weiterhin der rücksichtslose Zerstörer niederer Lebewesen ist, wird er weder Gesundheit noch Frieden kennen. Solange Menschen Tiere massakrieren, werden sie sich gegenseitig töten. In der Tat kann derjenige, der die Saat von Mord und Schmerz sät, keine Freude und Liebe ernten.“

Auch andere Kulturen aus der Zeit vor Christus befürworteten den Vegetarismus, häufig aus religiösen Gründen. Anhänger von Buddhismus, Hinduismus und Jainismus waren und sind der Meinung, dass Menschen anderen Tieren keinen Schmerz zufügen sollten 1.

Selbst Buddha (Siddhartha Gautama; 563-483 v. Chr.) soll die vegetarische Ansicht mit seinen Jüngern besprochen haben 2:

„Vegetarier zu werden bedeutet, in den Strom zu treten, der ins Nirwana führt.“

Danach lassen sich bis zur Neuzeit weniger Spuren des Veganismus entdecken.

Vegetarismus wird zu Veganismus in der Neuzeit

Ab dem 18. Jahrhundert nahm pflanzliche Ernährung wieder Fahrt auf. Im 19. Jahrhundert wurde der erste vegetarische Verein „Vegetarian Society“ in England gegründet. Heute heißt er „Vegan Society“ und kann auf eine lange Geschichte zurückblicken.

Der Begriff Vegan bildete sich im Jahr 1944 heraus, als Donald Watson und andere „milchfrei Vegetarier“ der Vegan Society über einen prägnanteren Begriff für ihre Lebensweise berieten. Heraus kam „Vegan“, die ersten drei und letzten beiden Buchstaben von „vegetarian“, was vegetarisch auf Englisch heißt. Laut Donald Watson sollte „Vegan“ treffend den Anfang und das Ende des Vegetarismus markieren 2,3.

Unser heutiges Vegan

Dreht sich immer noch um die Definition der Vegan Society aus England 2:

„ […] eine Philosophie und Lebensweise, die darauf abzielt – soweit möglich und praktikabel – alle Formen der Ausbeutung und Grausamkeit gegenüber Tieren für Nahrung, Kleidung oder andere Zwecke auszuschließen; und die im weiteren Sinne die Entwicklung und Nutzung tierfreier Alternativen zum Wohle von Mensch, Tier und Umwelt fördert. In ernährungswissenschaftlicher Hinsicht bezeichnet es die Praxis des Verzichts auf alle Produkte, die ganz oder teilweise von Tieren stammen.“

Ganz im Gegensatz zu früher leben weltweit immer mehr Menschen nach diesem Motto. Auch in Deutschland nimmt der Anteil der Veganer stetig zu. Laut einer aktuellen Studie von Yougov 4 leben 2 % der Deutschen rein vegan. Daneben gibt es 4 % Vegetarier und weitere knappe 30 %, die versuchen ihren Fleischkonsum zu verringern 5.

Deutschland spielt eine Vorreiterrolle in der veganen Bewegung. Weltweit steht Deutschland in den Top 5 Ländern, mit den meisten Vegetariern 6. Global wird der Anteil der Vegetarier auf 1 Milliarde Menschen geschätzt 7.

Der Anstieg von Veganern ist phänomenal rasant. Denn laut der Nationalen Verzehrsstudie 2 ernährten sich 2008 nur 80.000 Deutsche vegan 8. Bei 1,6 Millionen Veganern heute ergibt das einen 20-fachen Anstieg im letzten Jahrzehnt 5.

Ausblick

Die Aussichten sind rosig. Es gibt immer mehr vegane Restaurants, Produkte und Themen. Umsatzsteigerungen von jährlich (!) 30 % sind keine Seltenheit für vegane Lebensmittel und Produkte 9. Zwischen den Jahren 2013 und 2018 hat sich die Zahl der veganen Produkteinführungen mehr als verdreifacht. Deutschland gilt als einer der Revolutionsführer wenn es darum geht, neue vegane Lebensmittel und Getränke auf den Markt zu bringen 10. Es ist wahrscheinlich, dass diese Entwicklung weiter fortschreitet.

Jetzt weißt du mehr über die Geschichte und Entwicklung des Veganismus. Auch, dass die Zukunft wohl sehr vegan aussehen wird. Aber was genau sind die Beweggründe der Veganer, warum nimmt vegan unsere Herzen und Einkaufsregale im Flug ein?

Warum vegan – Beweggründe heute vegan zu leben

Die Gründe vegan zu leben können wir grob in drei Bereiche einteilen: Ethik, Gesundheit und Umwelt. Während Gründe der Ethik oder des Gewissens damals und heute eine große Rolle spielen, wollen heutzutage immer mehr Menschen für ihre eigene Gesundheit oder die Umwelt vegan werden.

Motivation Ethik

Es gibt sehr viele ethische Gründe, vegan zu werden. Vieles hat mit der kurzen Lebenszeit, der artfremden Haltung und der Schlachtung von Tieren zu tun.

Für viele mögen schon die unverblümten Zahlen ausreichen. Alleine in Deutschland werden jährlich circa 800 Millionen Tiere getötet. Das sind 2,2 Millionen Tiere jeden Tag, 92.000 Leben jede Stunde und 1500 getötete Tiere jede Minute 11.

Veganer wollen alle Tiere als Lebewesen mit Gefühlen und Emotionen sehen und behandeln. Jeder, der längere Zeit mit Haustieren verbringt weiß, wie intelligent, feinfühlig und emotional unsere vierbeinigen Freunde sein können. Hunde können beispielsweise sogar Phantomschmerzen durch ein amputiertes Bein empfinden 12. Doch auch andere, hochentwickelte Tiere wie Schweine 13,14, Kühe oder Hühner 15 sind fähig, Schmerz, Leid und Emotionen zu erfahren. Fische haben viele Schmerzrezeptoren am Kopf und im Maul 16. Sie alle sind mit einem Nervensystem und den dazugehörigen Botenstoffen ausgestattet, um Schmerz wahrnehmen zu können. Viele Veganer wollen aus diesen Gründen nicht zwischen „Haustier“ und „Nutztier“ unterscheiden. Vegan sein bedeutet für viele, alle Tiere gleichermaßen zu schätzen und zu respektieren 17.

Über 90 % aller produzierten Tierprodukte kommt aus konventioneller Tierhaltung. Das bedeutet oft Gewinn vor Tierwohl, Profit über Platz, Auslauf und Lebensqualität. Die meisten Tiere sehen im Laufe ihres kurzen Lebens nie das Tageslicht oder den freien Himmel über sich. Ethische Veganer sind der festen Überzeugung, dass diese Form der intensiven Tierhaltung nicht vertretbar ist.

An konventionelle Tierhaltung geknüpft kommen bei der Produktion tierischer Produkte viele Praktiken zum Einsatz, die von Veganern als unethisch empfunden werden. Kühe werden künstlich dauer-befruchtet, um Milch zu bekommen. Die Kälber werden weggegeben, da die Milch für uns sein soll. Männliche Küken von Legerassen legen keine Eier und bauen auch nicht genug Fleisch auf. Somit werden sie schlicht entsorgt 18. Die meisten Tiere leben kürzer als 10 % ihrer natürlichen Lebenserwartung, bis sie früh geschlachtet werden 19,20.

Schlechte Umwandlungseffizienz als Keimzelle für Probleme

Viele Probleme entstehen durch die schlechte, sogenannte Umwandlungseffizienz von Nutztieren. Denn wo kommt wohl mehr Energie bei uns an: Wenn wir den Hafer selber essen, oder wenn wir ihn dem Tier geben, das seinen eigenen Organismus versorgen und wachsen muss? Richtig, beim direkten Verzehr. Anschaulich bedeutet die schlechte Umwandlungseffizienz, von 100 Kalorien die verfüttert werden, kommen bei uns nur 10 Kalorien (vom Schwein) oder gar 3 Kalorien (vom Rind) an 21. Das sind Verluste von 90 % oder mehr. Die Auswirkungen betreffen viele Bereiche der Ethik und der Umwelt, ein wichtiger Grund für die Ernährungsumstellung vieler.

  • Diese Umwandlungsproblematik zieht einen langen Rattenschwanz nach sich. Über 90 % der weltweiten Sojaernte zum Beispiel werden als Tierfutter eingesetzt. In Europa werden gerade mal 0,7 % des verbrauchten Soja für Lebensmittel eingesetzt 22.
  • Eine Studie berechnete, dass im Jahr 2000 weltweit 617 Millionen Tonnen Getreide als Tierfutter verwendet wurden. Sie kam zu dem Schluss, dass dadurch 500 Millionen Tonnen Getreide für die menschliche Ernährung verschwendet wurden 21.
  • Je mehr tierische Produkte wir konsumieren, desto weniger Lebensmittel sind für andere Menschen verfügbar. Das trifft kaum Menschen in westlichen Gesellschaften, dafür aber ganz besonders Menschen aus Regionen, mit schlechter Nahrungsmittelsicherheit 23.
  • Eine andere Studie berechnete, wie viele Menschen wir ernähren könnten, wenn wir rein pflanzlich essen würden. Sie fand heraus, dass wir schon heute 12 Milliarden Menschen sattbekommen würden 24. Dennoch sind wir erst bei knapp 8 Milliarden Erdbewohnern und fast 1 Milliarde Menschen leidet unter Hunger 25.

Der Einfluss der schlechten Umwandlungseffizienz ist dramatisch. Das hat auch Auswirkungen auf unsere Umwelt. Für viele Menschen sind diese Einflüsse des Konsums auf die Umwelt ein wichtiger Punkt, Ihr Verhalten zu überdenken.

Motivation Umwelt

Weil Tiere viel mehr Futter brauchen als wir letztlich bräuchten, um uns selbst zu ernähren, werden enorme Flächen genutzt, um Tierfutter anzubauen. Weltweit wird dafür mehr Fläche beansprucht, als für den direkten Anbau von Nahrungsmitteln für uns Menschen 21. Eine Studie berechnete, dass wir nur 7 % des momentan verwendeten Landes bräuchten, wenn wir die von uns benötigte Menge Protein direkt über Pflanzen konsumierten, ohne den Umweg über die Tiere 26. Der Bedarf von mehr Land müsste per se kein Problem sein. Doch Land auf der Erde ist begrenzt, es gibt fast keine neuen Landflächen, die wir noch erschließen können. Zudem machen Ausmaß und die Art der Landnutzung der Umwelt stark zu schaffen. Das ist für viele Menschen Grund genug, sich pflanzlicher zu ernähren.

Eine weitere Konsequenz unserer intensiven Landwirtschaft und weitere Motivation, etwas anders zu machen, ist das Artensterben. Wir verursachen das sechste, große Massensterben in der Geschichte unserer Erde. Seit dem Jahr 1900 befeuert der Mensch ein Artensterben 27, das 1000 bis 10.000 Mal so schnell voranschreitet, wie das natürliche Artensterben 28. Die Landwirtschaft ist dabei ein zentraler Faktor. Grünlandumbruch, Regenwaldrodung, Landmanagement und Monokulturen nehmen tausenden von Tierarten Lebensraum und Nahrung.

Nebst alledem ist Fleisch das CO2 schädlichste Lebensmittel. Rindfleisch (70Kg CO2/kg) und Schweinefleisch (8Kg CO2/kg) sind die Spitzenreiter. Dagegen liegen die meisten pflanzlichen Lebensmittel unterhalb von 1Kg CO2/kg, wie zum Beispiel Kartoffeln, Hafer oder Weizen 29. Eine Studie schätzt, dass die Deutschen alleine durch den Austausch von Hackfleisch gegen Sojahack, CO2-Emissionen in Höhe von 7 Millionen Autos einsparen könnten.

Darum ist der Einfluss der Landwirtschaft auf die Umwelt ein Grund für Menschen, pflanzlicher zu essen.

Motivation Gesundheit

Für immer mehr Menschen ist Gesundheit ein Grund, weniger tierische Produkte zu verzehren. Es gibt viele Belege dafür, dass unsere westliche Ernährung, die stark tierlastig und verarbeitet ist, den Ursprung vieler Zivilisationskrankheiten darstellt.

Laut WHO ist Wurst und rotes Fleisch krebserregend. Rotes Fleisch wie Rind, Lamm und Schwein gelten als wahrscheinlich krebserregend. Verarbeitete Fleischwaren wie Schinken, Salami, Speck oder Würstchen wirken mit großer Wahrscheinlichkeit krebserzeugend. Auch die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) hat ausreichend Daten, um festzustellen: Der Verzehr von verarbeiteten Fleischwaren verursacht Darmkrebs beim Menschen 30. Grundsätzlich haben wir ein höheres Risiko für verschiedene Krebsarten, wenn wir viel tierisches Protein aufnehmen 31,32. Das geringere Risiko für Darm-, Brust-, oder Prostatakrebs ist für viele eine Motivation, die Ernährung anzupassen 33.

Auch andere Zivilisationskrankheiten werden durch die tierlastige Ernährung befeuert. Viel gesättigtes Fett aus Nahrungsmitteln wie Butter, Rindfleisch, Schweinefleisch oder Eiern steht in Zusammenhang mit erhöhtem Risiko für Herzkrankheiten 34,35. Tierreiche Ernährung begünstigt schlechte Blutfett- und Cholesterinwerte 36–38, eine Zunahme von Körpergewicht 39, Gicht 40 oder Diabetes 41,42.

Gefährdende Rückstände in tierischen Lebensmitteln sind für viele ein Thema, besonders Antibiotika. Da es in der Tierhaltung massenhaft eingesetzt wird, können Antibiotika-Rückstände in Fleisch, Eiern und Milch gefunden werden 43. Veganer wollen verhindern, dass die Wirkung von Antibiotika durch sich entwickelnde Resistenzen abnimmt oder verloren geht 44. Dioxine sind schwer abbaubar und reichern sich im Fettgewebe von Nutztieren an. Darum sind hauptsächlich tierische Produkte wie Eier, Milch oder Fleisch belastet 45.

Nutztiere sind aufgrund der hohen Belastungen oft krank und haben gesundheitliche Probleme. Laut einer Erhebung muss man davon ausgehen, dass jedes vierte Produkt, egal ob Ei, Fleisch oder Milch, von einem kranken Tier stammt 46. Auch diese Problematik ist für viele genug, um sich mehr mit der pflanzlichen Ernährung zu beschäftigen.

Unsere Ernährung und damit auch die Auswirkungen auf unsere Gesundheit haben sich in den letzten 100 Jahren stark verändert. Viele Menschen wollen weg von der tierlastigen Ernährung und hin zu ursprünglicher Ernährung. Ihr Ziel ist, sich besser zu fühlen und ihr Risiko für viele Krankheiten einzudämmen.

Gesundheitlicher Nutzen pflanzenbasierter Ernährung

Entgegen des wissenschaftlichen Konsens halten sich hartnäckig Ansichten, vegan sei ungesund oder schlecht für bestimmte Bevölkerungsgruppen wie Schwangere, Kinder oder Kraftsportler. Studien und Praxis beweisen sehr häufig das Gegenteil, das wissen auch viele angehende Veganer. Immer mehr Ernährungsgesellschaften der Welt empfehlen eine vegane Lebensweise uneingeschränkt. So wie die der USA und Kanada 47:

„[…] Gut geplante vegane und andere Arten der vegetarischen Ernährung sind für alle Phasen des Lebenszyklus geeignet, einschließlich während der Schwangerschaft, Stillzeit, Kindheit und Jugend.[…]“

Wie genau sieht die durchschnittliche Ernährung der Mischköstler im Vergleich zu Veganern aus?

Über die Hälfte der Deutschen schafft keine 400 g Gemüse am Tag. Auch Ballaststoffe werden vernachlässigt, hier erreichen 3 von 4 die Empfehlungen der DGE nicht 8. Ballaststoffe sind in Vollkorngetreide, Hülsenfrüchten, Gemüse, Obst und Samen enthalten. Das sind alles Lebensmittelgruppen, von denen Veganer nachweislich mehr konsumieren als der durchschnittliche Mischköstler 8.

Veganer nehmen zudem mehr Vitamin C, E, B1, B5, B7, Beta-Karotin, Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe, Magnesium, Mangan, Kupfer und sogar Eisen auf 8. Der durchschnittliche Veganer speist gesünder als der durchschnittliche Mischköstler. Das spiegelt sich auch in Untersuchungen verschiedener Parameter der Gesundheit wider. Ein pflanzlicher Ernährungsstil mit wenig Fett und vielen Ballaststoffen kann das Risiko für hohen Blutdruck, schlechte Blutfette, Schlaganfall, Fettleibigkeit und Diabetes reduzieren 48. Harvard und viele andere Universitäten empfehlen eine pflanzenbasierte Ernährung zur Minimierung von Arterienverkalkung und Krankheiten wie Herzinfarkt oder Schlaganfall 49.

Eine pflanzliche Ernährung kann außerdem nicht nur präventiv wirken und das Risiko senken, sie kann auch heilen. Die Umstellung auf eine pflanzliche Ernährung kann zum Beispiel helfen, bestehende Arterienverkalkung (Atherosklerose) zurückzubilden 50.

Fazit

Veganismus ist kein neuer Trend. Es ist eine Geisteshaltung, die schon vor Tausenden von Jahren Menschen dazu bewogen hat, auf tierisches zu verzichten. Danach war es lange Zeit still um vegetarische Kost. Bis vor nicht all zu langer Zeit immer mehr Menschen anfingen, ihre Ernährung und die Auswirkungen ihres eigenen Konsums zu hinterfragen. Sie waren nicht einverstanden damit, was die Produktion von tierischen Lebensmitteln mit den Tieren und der Umwelt macht. Das neu entstandene Gesundheitsbewusstsein passte gut zum Verzicht auf tierische, potentiell ungünstige Lebensmittel. Die vegane Philosophie hat Momentum und nimmt Fahrt auf. Schon jetzt wird dieses Bewusstsein durch unzählbar viele wissenschaftliche Studien gestützt. Immer mehr Menschen fragen sich nicht mehr warum, sondern wie?

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4 Kommentare

  1. Vielen Dank für den gut recherchierten und objektiven Artikel!
    Gerade für Fleischesser dürfte dieser Artikel sehr informativ sein und zum Nachdenken anregen.

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  2. Wissenschaftlich fundierter Beitrag, der verschiedene Blickwinkel beleuchtet und Motivationen, um vegan zu leben. Ich selbst beschäftige mich schon sehr viel mit Ernährung und würde behaupten, dass ich mich in diesem Gebiet schon recht gut auskenne. Durch diesen Beitrag konnte ich aber einiges dazulernen wie zum Beispiel die Entstehungsgeschichte des Veganismus. Sehr empfehlenswert!

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  3. Nahrungsmittel für den Endverbraucher , erfordern ein sehr hohes Maß an Pflege und Aufmerksamkeit. Schon jetzt finden sich immer weniger Menschen, die bereit sind, sich in der Landwirtschaft “krumm” zu machen. Wie soll der zusätzliche Bedarf an qualitativ einwandfreien Lebensmitteln denn gedeckt werden?

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    • Danke für deinen interessanten Kommentar. Je mehr Menschen von tierlastiger auf pflanzenbasierte Ernährung umsteigen, desto weniger Pflanzen müssen insgesamt angebaut werden. Denn über die Hälfte aller angebauten Ackerfrüchte (weltweit!) bekommen die Nutztiere als Futter. Und die haben eine schlechte Effizienz das zu verwerten. Wenn wir Menschen uns direkt pflanzlicher ernähren, dann müssen wir nicht mehr so viel produzieren, der Druck auf Ökologie und Landflächen würde abnehmen.
      Vegan würde auch die von dir angesprochene Problematik abmindern, obwohl das sicher eine unserer großen Herausforderungen der nächsten 30 Jahre sein wird. Generell brauchen wir mehr Wertschätzung für die Herkunft unserer Lebensmittel, auch für Bauern und Landwirte. Schau doch mal beim Prinzip Solidarische Landwirtschaft vorbei, falls du das noch nicht kennst. Da schließen sich die Verbraucher zusammen, unterstützen den Landwirt und ernten regional und ökologisch.

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Vegane Ernährung
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Der Autor

Sebastian Steinemann
Dr. Sebastian Steinemann ist Ernährungsberater, promovierter Pflanzenzüchter und Autor des Buches Vegan ohne Hype. Er versucht jeden Tag auf sein Herz zu hören und die eigene Intuition zu leben. Mit viel Spaß hilft er Menschen über https://www.mindfulplate.de/, ihre Ernährung und damit ihr Leben mutiger und mündiger zu gestalten. Auf Best Joyz möchte er helfen, Menschen zu veganer und gesunder Ernährung zu informieren.

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